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Faulturm
Später Pulverturm genannt
Der Faulturm, auch als Hungerturm und später Pulverturm bekannt, war ein mittelalterlicher Gefängnisturm, in dem die Gefangenen ihre Strafe absitzen und schlussendlich verhungern mussten, woraufhin ihre Leichname regelrecht verfaulten – daher der Name. Der Turm diente als Burgverlies und war einst von imposanter Höhe, die der des noch erhaltenen Kapellenturms entsprach. Die im Zwinger befindlichen Außenseiten des Turmes sind mit Buckelquadern verblendet, wie auch das kleine Stück des Turmes, das noch heute erhalten ist, erkennen lässt.
Die abgebildete Zeichnung aus dem Jahr 1723 lässt den einstigen Turmbau der Anlage deutlich erkennen. Beim höchsten Turm handelt es sich um den Bergfried. Von links nach rechts schließen daraufhin der Kapellenturm, der Torturm der inneren Burganlage und schließlich, nahe des rechten Bildrandes, der Faulturm an. Einst fügte sich der Faulturm eindrucksvoll in das Gesamtbild der Burganlage ein. Heute zeugt nur noch ein kleiner, aber charakteristischer Mauerrest von seiner einstigen Größe.