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Bergfried
Einst der hohe Turm, später auch Lehenturm genannt
Einst der „Hohe Turm„, später auch Lehenturm genannt, steht der heute 24 Meter hohe Bergfried auf einem gewaltigen Granitblock. Die Geschichte erwähnt bereits im Jahr 1225 den ersten Wiederaufbau des Turmes, der ursprünglich einen größeren Umfang und eine Höhe von etwa 30 Metern besaß. Um diese Zeit übergab Landgraf Diepold II. die Burg für 200 Gulden an Graf Heinrich von Ortenburg, der sich verpflichtete, 30 Gulden für den Wiederaufbau des Turmes zu verwenden und die Verpfändung des Landgrafen einzulösen. Der heutige untere und breitere Teil des Turmes dürfte noch Reste dieses Wiederaufbaus enthalten.
Um das Jahr 1300 wurde der Turm von Landgraf Ulrich I. von Leuchtenberg erneuert. Der Bergfried diente sowohl als letzter Rückzugsort in Belagerungszeiten als auch als sichtbares Statussymbol der Burgherren. Bis 1642 war der Turm mit Hohlziegeln gedeckt, und der ursprüngliche Zinnenkranz wurde bei der Restaurierung in den Jahren 1902/1903 zurückgebaut.
Bei einem heftigen Unwetter im Juli 1646 schlug ein Blitz in die hintere linke Ecke des Turmes ein und richtete erheblichen Schaden an. Der damalige Gerichtsschreiber berichtete, dass große Steinquader herausgesprengt wurden und auch das Dach über dem Keller sowie die Treppe zur Wacht stark beschädigt waren. Der Schaden wurde notdürftig mit Ziegelsteinen ausgebessert und war vermutlich die letzte größere Reparatur zur Zeit der Landgrafen von Leuchtenberg.
Im Jahr 1781 erwähnte der Landpfleger eine erneute Reparatur des Turmes und sprach von hohen Gerüsten und erheblichen Gefahren beim Hinaufbringen der Baumaterialien. Anfang des 19. Jahrhunderts betrug die Höhe noch gut 30 Meter. 1803 versuchte Landpfleger Gregor Meixner, den Turm abzutragen, konnte dessen Höhe jedoch nur etwa sechs Fuß (knapp zwei Meter) nehmen.
1888 wurde der Bergfried erneut von einem Blitz getroffen und von oben bis unten entzwei gesprengt, sodass die östliche Hälfte zum Ort hin einstürzte; ein Ereignis, das auf historischen Fotos gut zu erkennen ist. In den Jahren 1902/1903 erfolgte der Wiederaufbau der eingestürzten Hälfte, bei dem die Mauertechnik an die stehengebliebene westliche Seite angepasst wurde. Diese Unterschiede sind am heutigen Mauerwerk noch deutlich erkennbar.
Der ursprüngliche Eingang zum Turm lag erhöht im Innenhof und war über eine kleine Zugbrücke mit dem Mitteltrakt verbunden. Der heutige Zugang auf der vorderen unteren Seite wurde bei der Wiederherstellung 1902/1903 durchgebrochen und gefestigt. Am großen unteren Felsen sind noch in den Stein gehauene Stufen und eine Kerbe sichtbar, von der aus einst die Holzstiege zur Wacht führte. Am hohen Felsen finden sich außerdem zwei Vertiefungen, in denen früher Pechpfannen standen, um den Innenhof am Abend zu beleuchten.
Heute ist der Bergfried ein beliebter Aussichtspunkt, der einen herrlichen Rundblick über den Oberpfälzer Wald und weit darüber hinaus bietet.