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Burgruine Leuchtenberg

Eine der größten und bedeutendsten Burganlagen der Oberpfalz


Die Burg Leuchtenberg gilt als die am besten erhaltene Burgruine der Oberpfalz. Sie wurde erstmals 1124 urkundlich erwähnt und war der Stammsitz der Landgrafen von Leuchtenberg. Das Adelsgeschlecht der Leuchtenberger stieg 1196 zu Landgrafen auf und wurde im 15. Jahrhundert in den Fürstenstand erhoben. In ihrer Blütezeit gewann die Landgrafschaft erheblich an Bedeutung im damaligen Bayern und verfügte nach den Wittelsbachern und der Kirche über den drittgrößten Territorialbesitz. Bis zum Erlöschen der Familie im Jahr 1646 blieb ihr Besitz stetig wachsend.

Über die Jahrhunderte hinweg gehörten die Landgrafen von Leuchtenberg zu den einflussreichsten Adelsgeschlechtern ihrer Zeit, wobei sich ihr Wirkungsfeld von Wien über Prag und Warschau bis nach England, Paris, Avignon und Unteritalien erstreckte. Weit über die Mauern der Burg Leuchtenberg hinaus gewann der Name der Familie an Fürstenhöfen in ganz Europa an Beachtung und ist mit historischen Persönlichkeiten wie Friedrich Barbarossa, den Luxemburgern und Ludwig dem Bayern verbunden. Oft kam den Landgrafen von Leuchtenberg, deren Wahlspruch „Ehre und Treue“ lautete, dabei eine Schiedsrichterrolle in Streitigkeiten innerhalb des Reiches zu.

Die Burg Leuchtenberg liegt weithin sichtbar auf einer 585 Meter hohen, abgeflachten Granitkuppe. Im Osten und Süden schmiegen sich die Häuser des Marktes Leuchtenberg an den Burgberg. Bekannt als eine der größten und bedeutendsten Burganlagen der Region, wird sie oft als „Akropolis der Oberpfalz“ bezeichnet. Die erste bauliche Anlage entstand vermutlich bereits im 10. oder 11. Jahrhundert. Die heute ältesten Teile des Gemäuers gehen auf Landgraf Ulrich I. (1294–1334) zurück. Im Jahr 1332 verlegten die Leuchtenberger ihre Residenz nach Pfreimd. Im Laufe ihrer Geschichte erlitt die Burg schwere Zerstörungen, insbesondere im 17. Jahrhundert sowie 1842 beim Großbrand in Leuchtenberg und 1888 durch einen Blitzschlag. Eine teilweise Wiederherstellung, vor allem des Bergfrieds, erfolgte 1902/03. Heute befindet sich die Burganlage in Staatsbesitz.

Zeichnung der Burg Leuchtenberg