Rentamt von Leuchtenberg früher

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Rentamt von Leuchtenberg

Zuvor Gerichtsschreiberei

1842 durch Großbrand vernichtet – Ab 1842 nach Vohenstrauß verlegt


Das Rentamt von Leuchtenberg, zuvor die Gerichtsschreiberei, wurde auch „Neues Schloss“ genannt. Als spätmittelalterliche Finanzbehörde war das Rentamt zuständig für die Verwaltung der grundherrschaftlichen Einkünfte. Infolge des Großbrandes vom 5. Juli 1842 wurde das Gebäude vollständig vernichtet, woraufhin das Rentamt nach Vohenstrauß verlegt wurde. Heute erinnern nur noch wenige Mauerreste an den einstigen Standort dieses für Leuchtenberg bedeutenden Bauwerks.

Dieser Ort war einst auch Sitz des Landgerichtes der Landgrafen von Leuchtenberg. Nachdem die Landgrafen im Jahr 1332 ihre Hauptresidenz in das Schloss Pfreimd verlegt hatten, amteten hier adelige Landrichter und Pfleger. Der erste bekannte Landrichter war Heinrich von Lichteneck im Jahr 1332, der letzte Oswald Freiherr von Annethan, der das Amt von 1784 bis 1804 innehatte.

Im Jahr 1836 schilderte Theodor Dorfmüller, der ehemalige Pfarrer von Himmelkron, in einem Moment des Nachsinnens seine Eindrücke an diesem geschichtsträchtigen Ort: „Der adlige Landrichter, den Stab in der Hand, zu seiner rechten der geschworene Schreiber mit dem Buche, im Kreise umher die Urteiler, ehrbare Männer, Landleute aus den benachbarten Dörfern. Der Kläger tritt hervor, ist´s nicht ein Mönch zu Kastl? Was ist Euer Begehren? Seines Abtes Vollmacht trägt er in der Hand, der zu Recht angedingte Fürsprecher steht an seiner Seite. Laute Klagen erhebt er über die Gewalttätigkeiten adliger Insassen der Landgrafschaft, die seines Klosters Gut an sich gerissen. Der Richter fragt an den Ring, welches Rechtes sen? Da wird zu Recht erteilt, man verkündet es den Beklagten. Das Gericht hart, der Edelleute aber erscheint keiner sich zu verantworten. Abermals kurze Frage, kurzes Recht, der Mönch geht mit seinen Gerichtsbrief siegreich davon.“

Dieser in altertümlicher Weise beschriebene Vorgang beruht auf einer tatsächlichen Begebenheit vor dem Landgericht zu Leuchtenberg im Jahr 1334.

Rentamt von Leuchtenberg heute
Mauerreste des Rentamtes von Leuchtenberg